Militärische Ausbildung

Gefechtsdienst aller Truppen

31.05.2019, von Simon Schiele, Aschaffenburg

Es ist Freitagabend und heiß. Reservisten aus Unterfranken und darüber hinaus – ein Kamerad kommt sogar aus Brüssel – versammeln sich beim Vereinsheim der RK-Schweinheim. Für sie heißt es heute Abend: Spähtruppausbildung. Feindliche Kräfte im Bereich Aschaffenburg wurden geworfen und sind nach Süden ausgewichen. Die Reservisten haben den Auftrag Fühlung zum Feind herzustellen.

Erschwert wird die Arbeit der Spähtrupps durch Kräfte vom Bayrischen Roten Kreuz, die parallel eine kurze Einweisung in Karte und Kompass bekommen haben und in Gruppen begleitet von je einem Reservisten einen Orientierungsmarsch rund um den Erbig absolvieren, dem Verfügungsraum der Spähtrupps. Mit dabei waren Übungshandgranaten, sodass die Kameraden vom Bayrischen Roten Kreuz ihr medizinisches Können unter Beweis stellen konnten.

Den Spähtrupps ist es gelungen, vereinzelte feindliche Kräfte aufzuklären und festzusetzen, ohne selbst aufgeklärt zu werden. Sie wissen jetzt: Es warten noch weitere Feindkräfte im umzäunten Übungsgelände, der Mout-Site.

Samstag früh morgens setzen sich die Reservisten – jetzt als Zug mit drei Gruppen – in Schützenreihe in Bewegung, um sich der Mout-Site taktisch anzunähern. Dort angekommen heißt es für den Zugführer: Sicherung aufbauen, die Gruppenführer sammeln und in den Operationsplan einweisen.
Dann beginnt die heiße Phase: Die Gruppen entfalten sich und treffen auf Minen- und Drahtsperren und natürlich auch auf den Feind. Jetzt muss alles schnell gehen.

Immer wieder rufen die Schiedsrichter eine Übungsunterbrechung aus und werten die Vorgehensweise der Teilnehmer aus: Wenn es schnell gehen muss, dann muss die Befehlsgebung kurz und klar erfolgen. Es bleibt keine Zeit für lange Romane. Da bietet sich der infanteristische Kurzbefehl, „FNAKI“, an. Er steht für: Feind, Nachbarn, Absicht, Kampfaufträge und „Ich befinde mich…“

Enorme Wichtigkeit kommt auch den Meldungen zu: Wenn sich eine Lage schnell und unübersichtlich entfaltet, ist die militärische Führung in besonderer Weise darauf angewiesen, dass jeder zeitnah z.B. auftretenden Feind meldet und dass diese Meldungen auch weitergegeben werden. Hier hat sich großer Übungsbedarf gezeigt.

Mehrmals wird die Sicherung der Mout-Site geübt, sodass am Ende des Tages alle zufrieden feststellen konnten, dass sie etwas gelernt haben. Anschließend wurde die Mout-Site aufgeräumt, ordentlich in Formation zum RK-Heim zurückverlegt und die Waffen gereinigt.
Nach der Vollzähligkeit fand die Übung ihren krönenden Abschluss beim Kameradschaftsabend mit Grillen.

Wir danken dem zuständigen FwRes, SF Marche, für die Bereitstellung des Materials, welche im Raum ASCHAFFENBURG aufgrund der mangelnden Kasernen eine besondere Herausforderung darstellt. Wir danken auch der RK Schweinheim für Unterkunft und Verpflegung sowie die vielfältige Unterstützung bei der Materialausgabe und beim Feindkommando. Danke auch an unseren FwRes, SF Schinkmann, durch seine Unterstützung vor Ort.
Wir hoffen, dass wir auch nächstes Jahr zahlreiche Anmeldungen bekommen – nicht nur aus Aschaffenburg, sondern gerne wieder aus Würzburg, Nürnberg, Hessen und Brüssel!