Sicherheitspolitische Bildung

Tiger fliegen

22.10.2019, von Joachim Bopst, Rück-Schippach

"Tiger fliegen" ist das Ergebnis des Sicherheitspolitischen Informationsabend am 22.10.2019 in Rück-Schippach. Der Kasernenkommandant des Standortes Fritzlar Herr Oberstleutnant Dirk Spengler hat uns das sehr lebendig in seinem Vortrag dargestellt.

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Foto: Winfried Stecher

Die zahlreichen Teilnehmer wurden begrüßt vom Kreiskassenwart Winfried Stecher und dem Vorsitzenden der Reservistenkameradschaft Rück-Schippach Thomas Lebert. Diese beiden hatten dafür gesorgt, dass genug Getränke und Verpflegung vorhanden waren. Damit konnten die Teilnehmer sich ganz auf die spannenden Ausführungen von Oberstleutnant Dirk Spengler konzentrieren.

Der lebendige und mit persönlicher Überzeugung gehaltene Vortrag war mit vielen Grafiken und Bildern sehr anschaulich gemacht. Dadurch konnten wir den einzelnen Abschnitten gut folgen.

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Foto: Winfried Stecher

Die aktuelle Situation der Bundeswehr am Beispiel des Standortes Fritzlar war der erste Teil. Für die Zusammenarbeit ist die aktuelle sehr gegliederte Organisation eine Herausforderung. Manche Abläufe sind gegenüber der "alten" Struktur besser, jedoch vieles nun bürokratischer und damit aufwendiger. Im Bild waren diese Beziehungen der vielfältigen selbständigen Organisationen gut zu erkennen. Trotzdem ist dieser Standort mit seinen engagierten Soldaten leistungsfähig.

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Foto: Winfried Stecher

Der Kern des Standortes ist das dort stationierte Hubschrauberregiment 36 mit dem Waffensystem „TIGER“. Zentral in Deutschland gelegen und damit schnell an den möglichen Einsatzorten. Die Heute dort stationierten Maschinen sind gegenüber der ursprünglichen Ausführung deutlich verbessert. Oberstleutnant Dirk Spengler erläuterte dies anhand der Erfahrungen in verschiedenen Auslandseinsätzen. Nutzen für die Soldaten auf Patrouille z.B. in Afghanistan war, dass es, seit dem die Tiger dort stationiert sind, es keine Überfälle wie am Karfreitag 02.04.2010 gab. Es starben in diesem acht Stunden dauernden Gefecht mehrere Soldaten. Damals gab noch es keine Hubschrauber zur Unterstützung.

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Foto: Winfried Stecher

Ein bewegender Einschnitt war der Tod zweier Kameraden in Mali beim Absturz eines Kampfhubschrauber Tiger. Hier war die persönliche Betroffenheit deutlich zu spüren. Oberstleutnant Dirk Spengler schilderte wie er trotzdem die sich daraus ergebenden Aufgaben bewältigte. Hier wurde wieder einmal die unpersönliche Bürokratie von Dienststellen erfahrbar, die kein Verständnis für diese besondere Situation hatten. Erschreckend war, wie wenig Ehrfurcht die Medien haben. Diese wollten die Angehörigen noch vor der offiziellen Mitteilung zum Tod ihres gefallenen Sohnes interviewen. Wie Oberstleutnant Dirk Spengler berichten konnte gab es auch positive Erlebnisse z.B. die Unterstützung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen oder einem General.

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Foto: Winfried Stecher

Zum Abschluss dieses spannenden, informativen und bewegenden abends sprach Bürgermeister Matthias Luxem sein Grußwort. Darin betonte er die besonderen Beziehungen von Rück-Schippach zu Oberstleutnant Dirk Spengler und dem Standort Fritzlar.
Er bedankte sich beim Referenten und den Teilnehmern.

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Foto: Winfried Stecher

Winfried Stecher überreicht dem Referenten, Oberstleutnant Dirk Spengler, den Schild der Kreisgruppe Aschaffenburg.

Siehe auch Main-Echo