Militärische Ausbildung, IGF

Kompetenzerhalt für Einsatzersthelfer A

17.02.2018, von Joachim Bopst, Weibersbrunn

Am 17. Februar 2018 um 08 Uhr füllte sich das Vereinsheim der Reservisten in Weibersbrunn. Für die 25 Teilnehmer waren diverse Übungsmaterialien im vollen Seminarraum vorhanden. Gespannt waren alle auf den Referenten und das Thema "Einsatzersthelfer A - Modul D".

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Foto: Winfried Stecher

OStFw Heiko Magel bei der Ausbildung

Unser Ausbilder OStFw Heiko Magel wurde vom Kreiskassenwart Winfried Stecher in Vertretung vom Kreisvorstand vorgestellt. Dabei wurde auf die geänderte Weisung der Bundeswehr verwiesen, dass seit 2017 die Module vom "Einsatzersthelfer A" zwei Jahre gelten und deshalb auch solange ausgebildet werden. Ab 2019 ist dann das nächste Modul wieder für zwei Jahre dran. Es gibt in der Kreisgruppe Pläne für einen kompletten Kurs "Einsatzersthelfer A (EH-A)" - verteilt auf mehrere Wochenenden - für alle, die noch keine Ausbildung zum "EH-A" erworben haben.

OStFw Heiko Magel stellte seinen militärischen und zivilen Sanitätswerdegang kurz vor. Danach ging es mit der Übersicht in das Thema des Tages los. Wichtig: Bei allen Hilfsaktionen die Einweg Schutzhandschuhe zum Eigenschutz vor Infektionen anziehen!

Anhand von Bildern wurden uns die Symptome der Stufen von Hitzeschäden mit den jeweils möglichen Hilfen erklärt. Das Gleiche für Kälteschäden - besser zu den aktuellen Temperaturen passend.

Ein großes Thema war die Blutstillung, welche für das Überleben des Verletzten entscheidend ist. Das einfachste Mittel, das jeder kennt, ist das Pflaster. Sollte das nicht reichen gibt es den Druckverband, der mit dem Material im Verbandkasten hergestellt werden kann. Für stärkere Blutungen gibt es das Emergency Bandage ™ (Notverband). Dessen Anwendung konnte geübt werden. Sollte die Wunde größer sein, kann im militärischen Bereich eine Tamponade mit dem QuickClot ® Combat Gauze ™ eingesetzt werden, um den Blutfluss zu stoppen. Danach wird die Wunde keimfrei versorgt.

Als letzte Notmaßnahme ist bei extremen Blutungen das Abbinden das Mittel der Wahl. Aus den zivilen Ersthilfekursen ist dies mit dem Dreiecktuch bekannt. Schneller und einfacher geht das mit dem Tourniquet ™. Auch dies wurde geübt. Hier war wichtig auf der Stirn des Patienten mit "T" und lokaler Uhrzeit dem nachfolgenden Sanitätspersonal den Hinweis auf die Abbindung zu geben.

Absichern von Unfallstellen war ein weiteres Thema. Hier ging es zuerst um den Eigenschutz - denn ein verletzter Helfer nutzt nichts (wo parkt der Helfer, Warnweste, Position vom Warndreieck usw.). Danach um die Lageübersicht, die für den Notruf (Warten auf Rückfragen!) benötigt wird. Jetzt kommt die Blutstillung und danach ggf. die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW). Dann die weitere Betreuung bis der Rettungsdienst eintrifft.

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Foto: Winfried Stecher

Ein spezielles Thema und immer wieder diskutiert war die Helmabnahme beim Motorradunfall. Einfache Regel: Unterhält sich der Helfer mit dem verletzten Motorradfahrer - kann der Helm in Absprache auf dem Kopf bleiben. Ist der Verletzte bewusstlos MUSS der Helm herunter, da nur so weitere Hilfen möglich sind. Zum Üben standen verschiedene Helmmodelle zur Verfügung.

Zum Schluss war noch der Blick ins Gesetzbuch nötig: Solange - egal in welcher Form - geholfen wird, kann dem Ersthelfer rechtlich nichts passieren.

Ein eindrucksvoller Ausblick in die neuesten Methoden der Versorgung von Notfallpatienten - Infusionen über den Knochen! - wurde mittels Filmen gegeben.

Damit die Teilnehmer den langen Tag überstanden, wurde die Kreisgruppe tatkräftig von der Reservistenkameradschaft (RK) Weibersbrunn unterstützt und für eine gute Verpflegung gesorgt. Danke an das Team der RK Weibersbrunn für die gute Bewirtung.

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Foto: Christian Ruppert

Winfried Stecher überreicht OStFw Heiko Magel das Kreiswappen

Zum Abschluss erhielt OStFw Heiko Magel, für diese lebendige, gelungene und mit vielen neuen Informationen gefüllte Ausbildung, das Wappen der Kreisgruppe Aschaffenburg überreicht. Alle wünschten eine Fortsetzung der nun begonnen Zusammenarbeit.