Sicherheitspolitische Bildung

Vom Aufbau einer EU - Armee zum NATO AWACS Kommando

03.03.2018, von Patrik Eberwein, Weibersbrunn

Ihr Debüt als Neumitglieder in der Kreisgruppe Aschaffenburg gaben sich die beiden Kameraden Generalmajor a.D. Robert Löwenstein und Oberst i.G. Harald Borst vom NATO Hauptquartier SHAPE. Beide sind seit Ende 2017 Mitglied im VdRBw e.V. und haben sich gleich bei unserem Sicherheitspolitischen Seminar am 03. März als Referenten zur Verfügung gestellt.

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Foto: Winfried Stecher

Bürgermeister Walter Schreck begrüßt die Teilnehmer

Der Samstagvormittag stand unter dem Thema „Aufbau einer EU – Armee – Notwendigkeit und Chance in Zeiten der Krise“. In diesem Vortrag ging Kamerad Löwenstein auf die verschiedenen Aspekte dieses Themenkomplexes ein und schaffte es, die komplizierten internationalen Zusammenhänge und Interessen kurzweilig und leicht verständlich darzustellen.

Erste Ideen zu einer Europa Armee gab es bereits 1950 im sogenannten „Pleven-Plan“. Diese Idee einer EU-Armee setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Seit 2009 bildet der Vertrag von Lissabon die rechtliche Grundlage für PESCO (Permanent Structured Cooperation - zu Deutsch: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit, kurz SSZ). Hier unterzeichneten im Jahr 2017 ein Großteil der 28 EU-Länder ein entsprechendes Vertragswerk zur Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Eine interessante Erkenntnis war für die meisten Kameraden auch, dass bei einem EU Bündnisfall viel restriktiver zu handeln ist als bei einem NATO Bündnisfall:

NATO:

Die Parteien vereinbaren, dass im Falle eines Angriffs die einzelnen Mitgliedsstaaten ganz individuell Maßnahmen ergreifen, die sie selbst für erforderlich erachten.

EU:

„Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung,…

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Foto: Winfried Stecher

Oberst i.G. Harald Borst

Nach einer kurzen Mittagspause übernahm Oberst i.G. Harald Borst den Nachmittagspart mit dem Thema „NATO AWACS Kommando“. Er selbst gehört bei SHAPE dem Bereich „NATO AWACS E-3A Component“ an und konnte so Informationen aus erster Hand geben.

AWACS steht für „Airborne Early Warning and Control System“ und ist kurz gesagt ein fliegendes Radarsystem mit dem Luftlagebilder generiert werden können.

Dieser multinationaler Verband untersteht direkt dem Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) und kann deshalb sehr kurzfristig durch ihn eingesetzt werden. So werden AWACS Flugzeuge oftmals sehr kurzfristig als erste Maßnahme an verschiedenen Brennpunkten des Weltgeschehens und als Symbol für Bündnissolidarität eingesetzt.

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Foto: Winfried Stecher

GenMaj Löwenstein, Vorsitzender Beirat

Zum Abschluss dieses Sicherheitspolitischen Seminars übernahm noch einmal GenMaj a.D. Robert Löwenstein, der seit vergangenem Jahr der Vorsitzende des Beirates Reservistenarbeit beim VdRBw e.V. ist.

Kamerad Löwenstein stellte sein Aufgabenfeld als Vorsitzender des Beirates vor, zeigte uns eine Übersicht über alle Mitgliedsverbände des Beirats welche er betreuen muss und gab erste Eindrücke seiner bisherigen dreimonatigen Amtszeit bekannt.

Dass er sich als Vorsitzender des Beirates mehrmals jährlich mit dem stellvertretenden Generalinspekteur der Bundeswehr abstimmen muss, spiegelt die herausragende Rolle dieser Position im Beirat wider.

Der Kreisvorsitzende Major d.R. Patrik Eberwein freute sich nicht nur über die beiden hochkarätigen Referenten aus den eigenen Reihen, sondern auch über den Besuch des Landesgeschäftsführers OTL d.R. Matthias Lucke, der durch seine Anwesenheit die Veranstaltung noch weiter aufwertete.

Bild: Foto: Winfried Stecher

Kreisvorsitzender Patrik Eberwein und GenMaj Löwenstein

Bild: Foto: Winfried Stecher

Kreisvorsitzender und Oberst i.G. Borst